Franz Kafka – Der Prozess

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Werk Der Prozess von Franz Kafka. Er bietet dir eine Zusammenfassung und einen Charakterüberblick.

Inhaltsverzeichnis

Der Prozess von Frank Kafka wurde im Zeitraum zwischen 1914 und 1915 geschrieben. 1915 unterbrach Kafka das weitere Schreiben an dem Roman und nahm es bis zu seinem Tod
1924 nicht wieder auf.

1.  Kapitel – die Verhaftung & Gespräch mit Frau Grubach / Dann Fräulein Bürstner

Der Bankprokurist Josef K. wird am Morgen seines 30. Geburtstags davon geweckt, dass ihn zwei der Wächter der Pension, in der er sich befindet, verhaftet wird. Auf Fragen warum er verhaftet wird, erhält er von den beiden keine Antwort. Ein Aufseher, der mit K. im Zimmer seiner Mitmieterin spricht, versichert ihm, dass sich sein Leben durch die Verhaftung vorerst nicht ändern würde, er aber ab jetzt unter Anklage steht. Die drei Männer lassen K. gehen, und dieser fährt daraufhin zur Arbeit in die Bank.

Als er Abends nach Hause zurück kehrt, sucht er das Gesrpäch mit seiner Vermieterin Frau Grubach. Dieser versucht ihn zu beruhigen. Bei seiner Mitmieterin entschuldigt sich K. zudem dafür, dass ihr Zimmer zur Verhörung genutzt wurde. Hierbei nähert er sich dem Fräulein Bürstner an und küsst sie aufdringlich.

2. Kapitel – erste Untersuchung

Am nächsten Tag wird Josef K. telefonisch zum Untersuchungsgericht am nächsten Sonntag eingeladen. Am Sonntag reist er zu der ihm mitgeteilten Adresse, wobei es ihn einige Mühe abverlangt den Verhandlungssaal schließlich in einem heruntergekommenen Haus zu finden. Vor den dort Anwesenden beginnt K. eine Rede über die Willkür seiner Verhaftung zu halten. In dieser Rede beginnt er dem Richter gegenüber beleidigend zu werden. Unterbrochen wird seine Rede durch das laute Kreischen eines Liebespaares am anderen Ende des Saals. Er betitelt die im Saal Anwesenden als korrupte Bande und verlässt den Saal, ohne dass ein Verhör stattgefunden hat.

3. Kapitel – Im leeren Sitzungssaal / Der Student / Die Kanzleien

Am nächsten Sonntag kerrt K. unaufgefordert zum Gerichtssaal zurück. Diesen findet er jedoch leer vor. Lediglich die Ehefrau des Gerichtsdieners scheint anwesend zu sein. Diese bietet ihm ihre Hilfe an und versucht sich K. körperlich zu nähern. K. ist dem gegenüber nicht abgeneigt.

Einige Augenblicke später taucht jedoch der Student Berthold auf, welcher den Anschein macht, die Frau des Gerichtsdieners zu begehren. Dieser beginnt sich mit der Frau des Gerichtsdieners zu unterhalten. K. und Berthold geraten in einen Konflikt, worauf B erthold die Frau hoch nimmt und mit ihr den Raum verlässt.

Der Gerichtsdiener erscheint und führt K zu der Gerichtskanzlei, vor der viele Angeklagte auf ihren Gerichtstermin warten. Da die Räumlichkeiten der Gerichtskanzlei K. beengen bittet er den Gerichtsdiener ihn nach Draußen zu bringen. Kurz darauf erleidet K. auf Grund der stickigen Luft einen Schwächeanfall. Er wird von dem Gerichtsdiener, einer Auskunftsbeamten und einem Mädchen nach draußen gebracht, wo es ihm schlagartig besser zu gehen scheint. K. entscheidet sich keinen seiner Sonntage mehr in diesem Gericht zu verbringen.

4. Kapitel – Freundin des Fräulein Bürstner

K. versucht einen Weg zu finden sich bei Fräulein Bürstner für sein aufdringliches Verhalten zu entschuldigen, doch diese geht einem Gespräch aus dem Weg. Als Fräulein Montag zu Fräulein Bürstner zieht, bitte Fräulein Montag K. zu einem Gespräch im Esszimmer. Sie erklärt ihm, dass Fräulein Bürstner eine Aussprache über die Situation für Nutzlos hält.

5. Kapitel – Der Prügler

K. arbeitet bis spät in den Abend. Er ist fast alleine in der Bank. Hinter der Tür zu einer Rumpelkammer hört er seufzer, woraufhin er die Tür öffnet. In dem Raum erblickt er, wie die Wächter die ihn festgenommen haben von einem Mann mit einer Ruter verprügelt werden, weil K. sich im Gerichtssaal während seiner Rede über das Verhalten der Wächter beschwert hat. K. versucht den Prügler zu bestechen um ihn davon abzubringen die Wächter zu verprügeln. Dieser lässt jedoch nicht davon ab und schlägt weiter auf die Wächter ein. Am nächsten Tag findet K. die gleiche Situation vor. Er fordert die Diener der Bank auf die Rümpelkammer endlich auszuräumen.

6.Kapitel – Der Onkel / Leni

Albert, der frühere Vormund und Onkel von K erfährt von K.s Cousine von dem Prozess und eilt ihm zur Hilfe. Er schlägt K. vor einen Urlaub auf dem Land zu machen um sich dem Geltungsbereich des Gerichts zu entziehen. Da K. jedoch ablehnt, entscheiden sich die beiden den Armenanwalt Huld, einen alten Schuldfreund von K., aufzusuchen. Seine Kanzlei befindet sich in der selben Vorstadt wie das Gericht. Huld scheint zu sein, weswegen die Pflegerin Leni sich um ihn kümmert. Da der Kanzleidirektor grade bei Huld zu besuch ist, fangen die Herren an sich über den Fall des K. zu unterhalten. Als plötzlich ein lautes Geräusch von außerhalb des Raumes ertönt verlässt K. diesen. Er bemerkt, dass Leni ihn absichtlich aus dem Zimmer gelockt hat. Sie rät K. ein Geständnis abzulegen und beginnt ihm sich körperlich zu nähern.

Als K. das Gebäude verlässt wird er von seinem Onkel damit konfrontiert, dass er nicht an dem Gespräch über den Prozess teilgenommen hat.

7. Kapitel – Advokat / Fabrikant / Maler

Im Winter beginnt K. darüber nachzudenken Huld das Mandat zu enziehen, da dieser untätig bleibt. K. beschließt seine Verteidigung selbst zu übernehmen. Da er all seine Zeit und Ressourcen in den Prozess steckt, beginnt K. die Arbeit in der Bank zu vernachlässigen. Weil sich einer der Kunden in der Bank offen über K. beschwert, übernimmt der Direktor-Stellvertreter von nun an die Aufgaben das K.

Einer der Kunden empfiehlt K. den Maler Titorelli aufzusuchen und ihn um Hilfe zu bitten. Als K. im Atelier ankommt erfährt er von dem Maler, dass er davon ausgeht, niemand könnte das Gericht von der Unschuld des Angeklagten überzeugen. Einer Verurteilung könne K. nur durch Verschleppung oder eine scheinbare Freisprechung entkommen. K. verlässt das Atelier durch eine der Türen und bemerkt dass er sich in einer Kanzlei befindet die im selben Stockwerk wie das Atelier liegt. Er eilt nach draußen und verspricht Titorelli ihm bald Bescheid zu geben, für welche Art des Freispruchs er sich entscheidet.

8. Kapitel – Kaufmann Block / Kündigung des Advokaten

K. besucht Huld, damit er ihm persönlich die Vertretung entziehen kann. Er trifft auf den Kaufmann Block, der K. erzählt dass er bereits 5 Jahre einen Prozess und K. bereits in der Gerichtskanzlei gesehen habe. Als K. bekundet Huld sein Mandat zu entziehen versucht dieser K. davon zu überzeugen dies nicht zu tun. K. jedoch lässt sich nicht abbringen und entzieht die Vertretung.

9. Kapitel – Im Dom

An einem Regentag im Herbst bekommt K. von seinem Direktor den Auftrag einem italienischen Geschäftspartner den Dom zu zeigen, da K. italienisch spricht. Nachdem K dem Italiener vorgestellt wird einigen sich die beiden darauf sich um 10 Uhr am Dom zu treffen. Als K. am Dom eintrifft bemerkt er, dass der Italiener nicht anwesend ist. K. trifft stattdessen auf einen Geistlichen, der K. zu kennen scheint, und sich als Gefängniskaplan vorstellt. Er erklärt K., dass der Porzess ein schlechtes Ende für ihn nehmen werde und das K. zu viel Hilfe bei anderen, insbesondere Frauen gesucht habe. Er beginnt K. eine Geschichte über einen Mann vom Lande, der Einlass zum Gesetz fordert, zu erzählen. In dieser Geschichte hindert ein Torhüter den Mann am Einlass. Der Mann verbringt sein ganzes Leben am Tor zum Gesetz und versucht den Torhüter zu überzeugen ihm Einlass zu verschaffen. Als der Mann stirbt, schließt sich das Tor, denn es war, wenn auch vom Torhüter beschützt, einzig und allein für den Mann vom Lande existent.

10. Kapitel – Ende

Am Abend vor dem 31 Geburtstag des K. erscheinen zwei Männer, die beginnen ihn ohne Worte abzuführen. K. versucht sich kurz zu widersetzen. Die Männer verlassen die Stadt und bringen K. zu einem Steinbruch, wo sie ihn entkleiden. Die Männer scheinen uneinig darüber wer K. richten soll. Einer der Männer sticht K. schließlich in das Herz und er stirbt.

Josef K.

  • Protagonist
  • Zu Beginn 30 Jahre alt
  • Arbeitet in einer Bank
  • Egoistisch
  • Stimmt der Hinrichtung durch Untätigkeit zunehmend zu
  • Gibt auf und kämpft nicht mehr für sein Recht

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